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Homepage Literatur Friedrich Schiller Lexikon L |
Larvevon dem lat. larva, nennt man in den bildenden Künsten ein gemaltes oder geformtes menschliches Gesicht, welches von dem übrigen Körper abgesondert ist. Vergl. Maske. Sch. braucht es zunächst bildlich für Gesicht, wie (R. IV, 2), wo Franz von Daniel sagt: „Wart, Alter, ich will Dich fangen! in’s Auge will ich Dich fassen, so starr, daß Dein getroffenes Gewissen durch die Larve erblassen soll!“ Desgl. (M. St. II, 9):
Eben so (Wst. L. 5):
und (Tur. I, 3): „Man sieht die fürchterliche Larve eines Nachrichters sich über dem Stadtthor erheben.“ Für solche Schreckgestalten erscheint der Ausdruck ihm passend, auch wenn es fühllose Thiere sind, wie (Ged. D. Taucher):
Da das lat. larva auch Gespenst bedeutet, so dient es Sch. auch zur Bezeichnung der Schatten, die die Unterwelt bewohnen; daher (Ged. Kassandra):
Ursprünglich ist eine Larve ein falsches Gesicht, daher bedeutet es dann auch so viel wie Verstellung. So zunächst (M. St. III, 4):
eben so (R. I, 1; II, 2; IV, 2; V, 1 – K. u. L. V, 7 – Wst. T. V, 4 – Mcb. I, 15 u. III, 5); desgleichen (D. C. II, 8), wo die Prinzessin von Don Carlos sagt:
ferner (M. St. I, 6) in dem Gespräch zwischen Maria und Mortimer:
ebenso (Menschenf. 2): „werft eure gleißnerischen Larven ab“; endlich (Ged. D. Macht d. Gesanges):
Daher auch entlarven (Par. II, 4): einen Heuchler in seiner wahren Gestalt zeigen. |
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