Friedrich
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Lethe

(Myth.), d. i. Vergessen, ein Fluß in der Unterwelt, dessen Wasser von den Seelen der Verstorbenen getrunken wurde, damit sie alles auf der Erde erlittene Ungemach vergäßen. Vom Lethe trinken heißt daher (Ged. Semele 1) s. v. w. sterben. Da die Lethe (Sch. braucht den Ausdruck männlich) der Strom der Vergessenheit ist, so wird sein Name oft bildlich für diese gebraucht, wie (Ged. Hektor’s Abschied – R. II, 2):

„Hektor’s Liebe stirbt im Lethe nicht.“

ferner (Ged. D. Siegesfest):

„Denn so lang’ die Lebensquelle
An der Lippen Rande schäumt,
Ist der Jammer weggeträumt,
Fortgespült in Lethe’s Welle.“

und (J. v. O. III, 2), wo König Karl zu dem von dem reuigen Herzoge von Burgund abgesandten Chatillon sagt:

– – – „Versenkt im Lethe sei
Auf ewig das Vergangne. Wir wollen
Nur der Zukunft heitre Tage sehn.“

 
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