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Das Mädchen aus der Fremde (Gedicht)

Zum Gedicht Das Mädchen aus der Fremde.

ein allegorisches Gedicht, oder wie Körner es nennt, „ein liebliches Räthsel“, aus dem Jahre 1796. Schiller sagt von demselben in einem Briefe an Körner, daß er hier seine frühere Manier, nämlich die Neigung, Ideen einzumischen, zu verlassen gesucht habe, und bezeichnet diesen Schritt als eine gewisse Erweiterung seiner Natur. Jedenfalls ist das Gedicht ein liebliches Product seiner reiferen Muse, welche die Gebilde seiner Phantasie in mehr objectiver Gestaltung erscheinen ließ, so daß es dem Leser überlassen blieb, die nöthigen Reflexionen selbst zu machen. – Mit dem „Mädchen aus der Fremde“ ist nach der Ansicht der meisten Ausleger die Poesie oder die edlere Kunst überhaupt gemeint, die in ihren ersten Anfängen allerdings auch schon bei einfachen Hirtenvölkern auftrat, indeß immer als Wirkung einer höheren Eingebung betrachtet werden muß, mit deren Schwinden auch die Kunst verloren geht. Die Poesie wendet sich zwar an Alle, eine vertrauliche Annäherung indeß gestattet sie nur den Eingeweihten. Sie will zunächst erheitern, dann aber auch höhere Ziele erstreben, weshalb sie jedem das darbietet, was dem Standpunkte seiner Bildung gemäß ist; vor Allem aber ist die Liebe von jeher ein Lieblingsgegenstand ihrer Darstellung gewesen. Dies ist die Reihe der abstracten Gedanken, welche sich durch das Räthsel hindurchziehen.

 
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