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Märtyrer

von dem gr. mártyr, ein Zeuge; bes. ein Glaubensheld, der für seine Religion oder für Wahrheit und Recht unschuldig leidet, was nach der Ansicht der katholischen Kirche von Gott mit einer ganz besonderen Krone belohnt werden soll. So heißt es (M. St. III, 8) von dem Barnabiten, der die Königin Elisabeth ermorden wollen:

„Das Nächste, Kürzeste wollt’ er ergreifen,
Mit einem kecken Streich die Kirche Gottes
Befrein, die Martyrkrone sich erwerben.“

Desgl. sagt Mortimer (M. St. I, 6) zu Maria von dem Cardinal von Guise:

„Drauf fing er an, mit herzerschütternder
Beredsamkeit mir euer Märtyrthum
Und eurer Feinde Blutgier abzuschildern.“

Da die Glaubenszeugen oft mit großer Freudigkeit in den Tod gingen, so heißt es auch (gr. H. a. d. n. Gesch.) von dem Baron, der um seines Bruders willen einer Geliebten entsagt: „ich denke deiner mit aller Wonne eines Märtyrers.“ In übertragender Bedeutung sagt Wolf (V. a. v. E.), der sich für unglücklicher hält als alle übrigen Menschen: „Ich betrachte mich als den Märtyrer des natürlichen Rechts.“ Und ironisch sagt Franz (R. IV, 2) von Daniel, als er bei dem blutigen Auftrag gegen den Grafen schwankt und überlegen will: „Der war wohl nicht zum Märtyrer seines Glaubens geboren.“

 
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