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Mansfeld

Als Friedrich V. (s. d.) von der Pfalz auf dem weißen Berge bei Prag geschlagen und sein Land von baierschen und spanischen Truppen erobert worden, eilten zwei tapfere Männer, Graf Ernst von Mansfeld und Herzog Christian von Braunschweig den Protestanten zu Hülfe. Nachdem der erstere Hülfstruppen für die Böhmen geworben, plünderte er die katholischen Stifter am Rhein, warb dann mit englischem Gelde ein Heer, um in die östreichischen Erbstaaten einzudringen, wurde aber (25. April 1626) von Wallenstein bei Dessau geschlagen; daher sagt Isolani (Picc. I, 1):

„Es sind jetzt zehen Jahr,
Als wir bei Dessau mit dem Mansfeld schlugen.“

Hierauf setzte er, von Wallenstein verfolgt, seinen Marsch bis Ungarn fort, worauf sich die Worte der Marketenderin (Wst. L. 5) beziehen:

„Bin hinauf bis nach Temeswar
Gekommen mit dem Bagagewagen,
Als wir thäten den Mansfelder jagen“

In Ungarn wollte er sich mit dem Fürsten Bethlen Gabor vereinigen, entließ aber seine Truppen, als dieser seine Gesinnung änderte. Hierauf beabsichtigte er, über Venedig nach England zu gehen, ward aber unterweges krank und starb (1626). – Sein Gesinnungsgenosse Christian von Braunschweig, Administrator des Bisthums Halberstadt und Bruder des regierenden Herzogs von Braunschweig, war 1622 von Tilly aus der Pfalz vertrieben und 1623 bei Stadtloo im Münster’schen geschlagen worden; er starb in demselben Jahre; daher (Picc. IV, 4) Buttler’s Worte:

„Dem Mansfeld fehlte nur, dem Halberstädter
Ein längeres Leben, mit dem Ritterschwert
Landeigenthum sich tapfer zu erfechten.“

 
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