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Masken

od. Larven (vgl. d.) wurden zuerst bei den Umgängen der Bacchusfeste, später auch in der griechischen Tragödie gebraucht, deren Ursprung mit dem Dienste des Bacchus in genauem Zusammenhange stand. Man unterschied tragische Masken mit großem, aufgesperrtem Munde und fürchterlichem Ansehen, wie auch komische Masken mit lächerlichem Ausdruck, wie man sie auf Bühnenvorhängen als allegorische Verzierungen auch jetzt noch häufig dargestellt findet. Darum erscheint auch (H. d. K.) die Schauspielkunst mit einer Doppelmaske, die also die beiden Gesichter (vergl. Janus) der tragischen und der komischen Muse zeigt. Mit Beziehung hierauf heißt es (Wst. L. Prol.) sinnbildlich:

„Der scherzenden, der ernsten Maske Spiel
Vereinigt uns auf’s neu in diesem Saal.“

So wie die Masken auf Kunstdenkmälern als allegorischer Schmuck erscheinen, so können sie auch bei Gebäuden als architektonische Verzierungen angebracht werden. In diesem Sinne werden (Tur. I, 1) die auf dem Stadtthore von Peckin aufgesteckten Prinzenköpfe als Masken bezeichnet. In der neueren Zeit bedient man sich der Masken nur auf Redouten, wie (F. I, 1), oder bei Carnevalslustbarkeiten selbst auf öffentlichen Plätzen, wie (Gsts. 10, 129), um sich unkenntlich zu machen (daher „in tiefer Maske“) oder um etwas Anderes vorzustellen; weshalb dann auch die maskirte Person selbst (F. I, 2) eine Maske genannt wird. Da die Maske vor Allem das Gesicht unkenntlich machen und ein anderes darstellen soll, so wird scherzhafter Weise dieses selbst als Maske bezeichnet, wie (D. C. II, 8), wo die Prinzessin Eboli zu Don Carlos sagt:

„Dies Cabinet ist keines von den Zimmern
Der Königin, wo man das Bischen Maske
Noch allenfalls zu loben fand.“

Bildl. heißt Maske (R. IV, 2 – K. u. L. III, 6 – Picc. II, 5 – Wst. T. I, 5 u. III. 4) s. v. w. Verstellung oder (N. a O. III, 2 – Wrb. II – Gsts. 10, 203) Schein; daher auch der hübsche Doppelsinn (F. I, 7): „Fiesko findet seine Freunde geschwinder in ihren Masken als sie ihn in der seinigen.“

 
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