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Minos(Myth.), ein Sohn des Jupiter und der Europa, war mit Pasíphaë, der Tochter des Helios, vermählt, welche ihm außer mehreren andern Kindern den Deucalion, die Ariadne und die Phädra (Ph. I, 1) gebar. Minos zog sich den Zorn des Neptun zu, der ihm früher günstig gewesen war. Um nämlich die Herrschaft von Kreta an sich zu reißen und das Volk auf seine Seite zu bringen, that er die Aeußerung, die Götter würden ihm jeden Wunsch gewähren. Auf seine Bitte stieg in der That ein Stier aus den Fluthen, den er dem Neptun zum Opfer versprochen hatte; und dies Wunder bewog die Kreter, ihn zum Könige zu wählen. Statt aber den Stier zu opfern, trieb er denselben zu seinen Rinderheerden. Hierüber erzürnt, flößte Neptun der Pasiphaë eine heftige Neigung zu dem Stier ein, in Folge deren sie den Minotaurus (Ph. I, 1 u. II, 5) gebar, welchen ihr Gemahl in das von Dädalus erbaute Labyrinth (s. d.) sperrte; daher (Ph. I, 3): „O verbrechensvolles Haus des Minos.“ Nachdem Minos seine Herrschaft zur See und auf den Inseln des Mittelmeeres sicher begründet hatte, unternahm er einen Zug nach Sicilien, wo er seinen Tod fand. Seiner Gerechtigkeitsliebe wegen machte ihn die nachhomerische Zeit neben Aeakus und Rhadamanthys zum Richter der Unterwelt; daher (R. IV, 5): „Brutus geht zu Minos.“ Mit seinen beiden Gefährten saß er am Eingange des Schattenreiches am Throne des Pluto und hatte als oberster Richter die Endurtheile zu sprechen. Daher sagt Phädra (Ph. IV, 6):
Im Gegensatz zu Phädra’s hoffnungsloser Angst heißt es (Ged. D. Triumph d. Liebe):
und das Gedicht: „An die Freude“ schließt mit dem Wunsche:
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