Friedrich
Schiller

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Gedichte

Die deutsche Muse

Kein Augustisch Alter blühte,
Keines Medicäers* Güte
   Lächelte der deutschen Kunst;
Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme,
Sie entfaltete die Blume
   Nicht am Strahl der Fürstengunst.

Von dem größten deutschen Sohne,
Von des großen Friedrichs Throne
   Ging sie schutzlos, ungeehrt.
Rühmend darf’s der Deutsche sagen,
Höher darf das Herz ihm schlagen:
   Selbst erschuf er sich den Werth.

Darum steigt in höherm Bogen,
Darum strömt in vollern Wogen
   Deutscher Barden* Hochgesang,
Und in eigner Fülle schwellend
Und aus Herzens Tiefen quellend,
   Spottet er der Regeln Zwang.


Bemerkungen

Mehr Informationen zu diesem Gedicht finden Sie im Lexikon.

 
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