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Amblygonit

  Klasse (Dana) 7 Phosphate, Arsenate, Vanadate
7/B1 Anhydrogene Phosphate mit Anionen
7/B1.2 Mittelgroße Kationen
7/B1.2.1 Gruppe Amblygonit
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel (Li,Na)AlPO4(F,OH)
Varietät  
Kristallsystem triklin, bar 1
Farbe weiß oder cremig, aber auch farblos oder blass gelb, grün, blau, beige, grau oder pink
Strichfarbe weiß
Glanz  
Transparenz  
Erkennung  

Amblygonit ist ein relativ häufiges Phosphormineral. Es wird in Lithium- und Phosphat-reichen Pegmatiten als Primärmaterial gefunden. Mitunter macht es einen wesentlichen Prozentsatz des Gesteins aus, obwohl dies oft übersehen wird. Sobald Amblygonit zum Vorschein tritt, kann es leicht mit anderen Muttergesteinen wie Quarz und Albit verwechselt werden. Das allgemeine Erscheinen von Amblygonit ähnelt diesen beiden Mineralien und besonders dem Albit, aber die Unterscheidung ist durch den Flammentest für Lithium, Dichte und durch seine ungewöhnliche Spaltbarkeit möglich.

Der Name Amblygonit kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "stumpfer Winkel" als Hinweis auf die verschiedenen Spaltwinkel. Amblygonit hat nicht weniger als 4 verschiedene Spaltrichtungen unter unterschiedlichen Winkeln mit unterschiedlichen Spaltqualitäten. Dies unterscheidet ihn vom Quarz, der keine Spaltbarkeit aufweist, und Albit, der nur zwei Spaltrichtungen unter beinahe 90° hat.

Amblygonit hat eine sehr kompakte Kristallstruktur, die ihm eine relativ hohe Dichte verleiht. Eine Dichte von 3,05 ist nicht sehr hoch, aber wenn man bedenkt, dass die Bestandteile Natrium, Lithium, Aluminium, Sauerstoff, Fluor, Wasserstoff und Phosphor zu den leichteren Elementen zählen, ist sie sehr hoch. Quarz und Albit haben beide niedrigere Dichten wie Amblygonit.

Beim Flammentest erhält man durch das Lithium ein zuverlässiges Ergebnis. Wird eine Probe in eine Gasflamme gehalten, erhält man eine leuchtend rote Flame. Dies ist der Nachweis für Lithium.

In der chemischen Struktur ersetzen sich Lithium und Natrium gegenseitig, wobei Lithium der wesentlichere Bestandteil ist. Das Mineral mit der gleichen chemischen Struktur, aber einem größeren Anteil von Natrium anstatt Lithium wird Natramblygonit genannt. Es gibt auch eine Substitution zwischen Hydrooxid und Fluorit, die eine Reihe aus festen Lösungen bilden. Das Hydrooxid-reichere Mineral heißt Montebrasit, das oft mit Amblygonit vergesellschaftet ist. Zwischen diesen beiden Mineralien gibt es keinen wahrnehmbaren Unterschied, so dass viele Mineralproben als Amblygonit bezeichnet werden, aber in Wahrheit Montebrasit sind.

Amblygonit in Edelsteinqualität wird in Brasilien und in Burma abgebaut. Diese Edelsteine haben eine attraktive gelbe Farbe und einen Brechungsindex zwischen 1,61 und 1,64. Dieser Brechungsindex ist relativ niedrig, aber höher als Beryll oder Quarz und mit Topas und Turmalin gleichgestellt.

Kristallverhalten kurze prismatische, säulenartige Kristalle, meistens aber als Masse und kompakte Körner. Zwillingsbildung ergibt verlängerte, flache Kristalle. Laminare Zwillingsbildung wird manchmal beobachtet.
Spaltbarkeit in 4 Richtungen mit unterschiedlichen Spaltqualitäten: 1 Richtung perfekt, 2 Richtungen gut, 1 Richtung erkennbar. Alle Spaltwinkel sind nicht rechtwinklig.
Spaltrichtungen uneben bis muschelförmig
Bruch  
Zähigkeit  
Härte 5,5 ... 6
Dichte 2,98 ... 3,11
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz manchmal fluoreszierend orange unter langwelligem UV-Licht
Brechungsindex  
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung rot durch Lithium
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften  
Verwendung Als Rohstoff für Lithium und Phosphor, Edelstein und als Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen Brasilien, Minas Geras
Burma, Sakangyi
Deutschland
Frankreich, Montebras
Kanada, Northwest Territories
Schweden, Varutrask
USA, Arizona
USA, Kalifornien, Pala District of San Diego County
USA, South Dakota, Black Hills
Gesellschaften Albit, Apatit, Beryllonit, Brasilianit, Cassiterit, Elbait, Lepidolit, Lithiophilit, Montebrasit, Quarz, Spodumen, Topas, Triphylit
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
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