Mineralien

www.wissen-im-Netz.info

Mineralien-Lexikon

Homepage
   Mineralien
     
Lexikon
         alphabetisch
            A
            B
            C
            D
            E
            F
            G
            H
            I
            J
            K
            L
            M
            N
            O
            P
            Q
            R
            S
            T
            U
            V
            W
            X
            Y
            Z

Quarz

  Klasse (Dana) 4 Oxide und Hydroxide
4/D1 Oxide
4/D1.01 Quarz Reihe
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel SiO2, Siliziumdioxid
Varietät Amethyst, Bergkristall, Citrin, Rauchquarz, Rosenquarz
Kristallsystem trigonal, 32
Farbe sehr weites Spektrum: farblos, weiß, violett, pink, grau oder braun, vielfarbig
Strichfarbe weiß
Glanz Glasglanz bei Kristallen, Wachsglanz bis matt bei kryptokristallinen Formen
Transparenz Kristalle sind transparent bis durchsichtig, kryptokristalline Formen können transparent, durchsichtig oder undurchsichtig sein
Erkennung sehr weit verbreitet, Kristallverhalten, Härte, sichtbare Querstreifung auf Längsflächen, Spaltbarkeit abwesend, guter muschelförmiger Bruch

Der Name Quarz stammt aus der deutschen, mittelalterlichen Bergmannssprache, dessen ursprüngliche Bedeutung nicht mehr zu ermitteln ist.

Quarz ist nach den Feldspäten das häufigste Mineral in der oberen Erdkruste. Er wird in nahezu jeder geologischen Umgebung gefunden und ist Bestandteil fast jeden Felsentyps. Er ist Hauptbestandteil der kieselsäurereichen Magmatite und Metamorphite und der meisten Sande. Es hat auch die meisten Varietäten, Farbe und Formen, die durch die weite Verbreitung entstanden ist. Ein Sammler kann hunderte von Mineralproben besitzen, ohne dass er zwei gleiche hat. Die Muster können unterschieden werden durch: Farbe, Schattierung, Pyramidenform, prismatisch, Druse, Zwilling, Zepter, verjüngend, Phantom, Einschlüsse, beschichtet, mikrokristallin, stalaktitisch, usw. Unzählige Kombinationen können hunderte einzigartige Eigenschaften erzeugen.

Einige makrokristalline Farbvarietäten sind bekannt und beliebt als Ornament- und Edelsteine:

  • Amethyst ist die violette Edelsteinvarietät.
  • Aventurin
  • Bergkristall ist die klare Varietät und wird auch als Edelstein verwendet.
  • Blauquarz
  • Citrin ist eine gelbe bis orange Edelsteinvarietät, die in der Natur selten vorkommt, aber häufig durch Erwärmung von Amethysten erzeugt wird.
  • Eisenkiesel, ist eine durch Eisenoxid, gelb, braun oder rot gefärbter Quarz. Kommt in Klüften von Sedimentgestein vor.
  • Gangquarz
  • Gemeiner Quarz
  • Milchquarz ist die wolkig-weiße Varietät.
  • Morion
  • Prasem
  • Rauchquarz ist die braune bis graue Varietät.
  • Rosenquarz ist die pinke bis rötlich-pinke Varietät.

Makrokristalline Formvarietäten sind für die Schmuckindustrie nicht so interessant, aber für Sammler:

  • Doppelender ist ein beidseitig mit Abschlusspyramiden versehener Kristall, der schwebend im Muttergestein entstanden ist.
  • Faserquarz
  • Phantomquarz,
  • Prismenquarz,
  • Skelettquarz
  • Sternquarz
  • Zepterquarz, auf einem schmalem Stil sitzender, bauchiger Kristall.

Mikrokristalline Varietäten ist der Chalcedon im weiteren Sinn.

Kryptokristalline Varietäten (Kristalle sind so klein, dass sie nicht einmal durch ein Mikroskop gesehen werden können) werden als Ornamentsteine verwendet. Diese Varietäten werden mehr durch den Charakter als durch die Farbe eingeteilt. Chalcedon oder Achat wird in zahllose unterschiedliche Typen eingeteilt, die oft nur lokal bekannt sind. Die Namen der schöneren Typen wurde weltweit vereinheitlicht: Chrysopras (rein grüner Achat), Sard (ein gelber bis brauner Achat), Sardonyx (gebänderter Sard), Onyx (schwarz und weißer Achat), Carnelian (gelber bis orangener Achat), Flint (ein farbenprächtiger und mikroskopisch faserig), Jasper (ein farbenprächtiger, unreiner Achat) und Blutstein (ein grüner, rot gesprenkelter Achat).

Pseudomorphose Varietäten sind das Falkenauge, Holzstein, Quarz-Katzenauge, Tigerauge.

Zwillingsbildung ist möglich. Es gibt Durchdringungszwillinge (Brasilianer oder Dauphinéer) sind oft so verwachsen, dass die Einzelindividuen nur sehr schwer erkennbar sind. Berührungszwillinge (Japaner) haben markante Winkel. Quarzkristalle treten normalerweise in Gruppen auf. Aggregate können körnig dicht, stenglig oder fasrig sein.

Quarz ist nicht nur da Mineral, das aus SiO2 besteht, es gibt nicht weniger als acht bekannte Strukturen des SiO2. Diese Strukturen sind Polymorphe des Siliziumdioxids und gehören zur Quarz- oder Silikat-Gruppe. Mit Ausnahme des Quarzes sind die anderen Mitglieder dieser Gruppe und sehr selten auf der Erdoberfläche zu finden, da sie nur unter hohen Temperaturen und hohem Druck oder beidem stabil sind.

Quarz hat eine einzigartige Struktur. Es gibt nur ein anders Mineral, dass die gleiche Struktur wie Quarz hat und das ist kein Silikat, sondern ein seltenes Phosphat mit dem Namen Berlinit, AlPO4. Die Struktur des Quarzes hat eine korkenzieherähnliche Kette (Helix) aus Silizium-Tetraedern. Es werden vier Tetraeder oder drei Umdrehungen benötigt, dass sich die Struktur wiederholt. Jeder Tetraeder ist um 120° gedreht. Die Ketten sind entlang der c-Achse des Kristalls angeordnet und durch zwei andere Ketten bei jedem Tetraeder verknüpft, was Quarz zu einem wahren Tektosilikat macht. Diese Struktur ist nicht wie die Struktur der Kettensilikate oder Inosilikate, wo die Silizium-Tetraeder nicht direkt miteinander verknüpft sind. Die Struktur des Quarz hilft bei der Erklärung vieler seiner physikalischen Eigenschaften.

Durch die dreifache Drehung der Helix wird die trigonale Symmetrie des Quarzes unterstützt. Deswegen gibt es auch keine Spiegelflächen in der Symmetrie. Auch die Spaltbarkeit, die eine Ebene mit schwachen Bindungskräften benötigt, wird unterbunden. Dadurch ist auch der muschelförmige Bruch begründet. Es gibt links- und rechtsdrehende Quarze. Die link- und rechtsdrehenden Quarze können nur durch die kleineren trigonalen Pyramidenflächen bestimmt werden.

Gelegentlich sind im Quarz andere Mineralien, Gase oder Flüssigkeiten eingeschlossen. Manchmal sind Phantomkristalle sichtbar. Mannshohe Kristalle sind bekannt.

Pseudomorphosen nach sehr verschiedenartigen Mineralien sind möglich.

In der Industrie ist Quarz Rohstoff für Glas und Keramik. In Uhren wird der Quarz als Zeit bestimmendes Element verwendet.

Kristallverhalten Durch die weite Verbreitung gibt es sehr unterschiedliche Formen, üblich sind hexagonale Prismen, die mit sechsseitigen Pyramiden abgeschlossen werden. Drei der sechs Seiten einer Pyramide können dominant sein. Drusen. Als massive Masse existieren alle Formen. Aggregate können körnig dicht, stenglig oder fasrig sein.
Spaltbarkeit nicht vorhanden
Spaltrichtungen  
Bruch muschelförmig
Zähigkeit spröde
Härte 7
Dichte 2,65
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex 1,55
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit nur in Flusssäure
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften Auf den Längsflächen ist eine sichtbare Querstreifung, piezoelektrisch
Verwendung Silikat für Glas und Keramik, elektrische Bausteine, optische Linsen, Schleifmittel, Edelstein, Ornamentstein, Hausbau, usw.
Bearbeitung  
Vorkommen weltweit:
Alpen

Brasilien
Deutschland, Fichtelgebirge

Deutschland, Pfalz
Mexiko
Russland

Schottland
Schweiz
Uruguay
USA, Colorado
Gesellschaften sind zahlreich: Amazonit, Beryll, Calcit, Fluorit, Gold, Hematit, Muskovit, Pyrit, Rutil, Topas, Turmaline (Elbait), Wolframit, Zeolit und Spodumen
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.