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Tridymit

  Klasse (Dana) 4 Oxide und Hydroxide
4/D1 Oxide
4/D1.01 Quarz Reihe
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel SiO2
Varietät  
Kristallsystem monoklin, 2/m oder m (Alpha-Tridymit) und hexagonal, 6/m 2/m 2/m (Beta-Tridymit)
Farbe farblos oder weiß
Strichfarbe klar
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis transparent
Erkennung Kristallverhalten, Umgebung der Bildung (meistens vulkanisches Gestein), Farbe und Brechungsindex

Tridymit ist ein Polymorph von Quarz, d.h. beide haben die gleiche chemische Struktur, SiO2, aber unterschiedliche Kristallstrukturen. Sowohl Quarz als auch Tridymit sind Polymorphe mit allen Mitgliedern der Quarz-Gruppe, die auch Coesit, Cristobalit und Stishovit umfasst.

Früher galt Tridymit als selten, aber das war bevor es breit angelegte Untersuchungen von verschiedenen vulkanischen Gesteinen gab, die viele kleine bis mikroskopische Kristalle von Tridymit enthalten. Dadurch ist es häufig, aber die Identifikation ist nicht einfach.

Die Identifikation von Tridymit ohne ein Labor beschränkt sich auf das Kristallverhalten und vielleicht den Brechungsindex. Um Tridymit zu erkennen, benötigt man gut geformte Kristalle, die das besondere pseudohexagonale Verhalten oder die ebenfalls besondere Zwillingsbildung zeigen. Das ermitteln des Brechungsindex schließt die Untersuchung ab.

Tridymit hat eine Phase, die bei höheren Temperaturen auftritt, das Beta-Tridymit. Es wird angenommen, dass das meiste Tridymit als Beta-Tridymit auskristallisiert, das eine hexagonale Symmetrie hat und später, wenn der Kristall abkühlt, sich zu Tridymit umwandelt. Diese Umwandlung erfolgt so leicht, dass die hexagonalen Kristalle von Beta-Tridymit in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben. Das Beta-Tridymit hat eine höhere Symmetrie wie das Alpha-Tridymit oder nur Tridymit. Die interne Struktur ist aber nicht hexagonal, sondern die Kristalle sehen nur hexagonal aus und werden als pseudomorphe bezeichnet. Es wurde angenommen, dass Tridymit orthorhombisch ist, aber es wurde festgestellt, dass die Symmetrie nicht höher als monoklin sein kann.

Das Vorhandensein von Tridymit im Gestein ist für Petrologen hilfreich zur Bestimmung der Kristallisationstemperatur des Gesteins. Es wird in einer Schmelze gebildet bei niedrigen Drücken und bei Temperaturen von ca. 870°C bis 1470°C. Druck und Wassergehalt variieren in diesem Bereich, aber es ist eine gute Anzeige der Kristallisationstemperatur des Gesteins. Unter 870°C ist Beta-Quarz stabil und kristallisiert aus. Über 1470°C entsteht Cristobalit und kristallisiert. Da geschmolzenes Gestein alle Temperaturbereiche durchläuft, können alle drei Pseudomorphe vorhanden sein und die Herkunft der Kristalle verschleiern.

Tridymit ist nur metastabil bei normalen Oberflächentemperaturen, d.h. es wandelt sich langsam in die Quarzstruktur um. Das ist aber ein langsamer und komplizierter Prozess, der einige tausend Jahre in Anspruch nimmt. Der Prozess ist deswegen so langsam, da die Umwandlung Bindungen aufbrechen muss und die Atome umgeordnet werden. Aluminium- und Natriumatome in der Struktur stabilisieren allerdings Tridymit.

Kristallverhalten Immer klein, aber manchmal findet man gut geformte Kristalle, die pseudohexagonal sind und Pseudomorphe von Beta-Tridymit sind. Die Kristalle sind plattig mit einem hexagonalem Querschnitt. Häufiger findet man mikroskopische, breitgedrückte Körnchen im vulkanischem Gestein. Zwillingsbildung, meistens Durchdringungszwillinge sind üblich. Die Zwillinge können wie geöffnete Muschelschalen aussehen, jedoch mit scharfen und nicht gerundeten Kanten. Die interessantesten Zwillinge sind die sechsstrahligen Zwillinge oder Drillinge, von denen Tridymit seinen Namen erhalten hat.
Spaltbarkeit unvollkommen in drei Richtungen (prismatisch)
Spaltrichtungen 3
Bruch muschelförmig
Zähigkeit  
Härte 7
Dichte 2,27
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex 1,47
Doppelbrechung  
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften  
Verwendung Zeigt hohe Kristallisationstemperaturen an und als Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen Italien
Mexiko, Pachuca, Cerro San Cristobal
USA, Colorado, San Juan Mountains
USA, Colorado, Yellowstone National Park
USA, Kalifornien, Mt. Lassen
Gesellschaften Augit, Beta-Quarz, Cristobalit, Hornblende, Olivin, Pseudobrookit, Sanadin
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